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EXPERIMENTELLES:   Sinfonia Literarica  ***  ÜBER GÄNGE  (Theaterstück)   ***   Aphorismen

BILDER / FOTOS:     Projekt “den Augen Blick geschärft   ***   Diverse Fotos  

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Ich möchte durch Licht (Beleuchtung), Effekte (Kostüme, Bühne, Licht) und die Ausdrucksformen der Schauspieler (Wort, Spiel, Gestik - eingebettet in Beleuchtung, Kostüme, Bühnenbild) etwas erreichen, was sonst nur cinematografisch gelingen kann: Die BEWEGUNG im Augenblick soll gestaltet werden.

Reflexion über den Weg als Bewegungsablauf. Nicht die Maxime »Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!« steht im Vordergrund, sondern eher die simple Botschaft: »Schau Dir an, wo Du gehst!«
Liegt der Weg im Dunkeln und ... führt er ins Licht? - Führt er von hellen Pfaden plötzlich hinein in die Düsternis? - Diese  –scheinbar essentiellen– Fragen werden mit der fortschreitenden Bewegung bedeutungslos.

Folgende zentrale Aussage ist zugleich das verbindende Glied für die drei Akte:

 

»KIND: Ich hab Angst. (Dazu die Antwort:) Halt die Klappe!« (Und alle Szenen, die sich mit Gemütslage des Kindes beschäftigen!)

 

Es geht um den unbescholtenen Menschen, der weder Vorurteile noch Überbildung hat, der weder durch Lustlosigkeit noch erzwungenem Aktivismus seinen Weg weder ertasten noch durchhetzen muss.

Es geht um die Vereinsamung des Einzelnen und die kollektive Erblindung. Der Warnruf des Kindes, das Angst hat und seine Unsicherheit in drei Worte fasst, während die anderen ihre Verblendung in Wort-Kaskaden leiten, die alle nichts weiter aussagen und zuletzt noch auf den Kopf gestellt werden (Ende Akt 3 durch Herrn …?) - führt zur Vertiefung des Wortes selbst. WARUM hat das Kind Angst - denn es gibt eigentlich keine Bedrohung.

Oder doch?

Ein zentraler Satz am Ende des 2. Aktes macht es (als Antwort auf die Äußerung des Kindes, Angst zu haben und ›heim‹ zu wollen) deutlich:

»ZWEITER MANN: (Ganz leise, wie zu sich selbst) Fühl’ Dich ganz sicher, Kind! Wenn du Angst hast, dann bist du daheim! «

Sind die Unsinnigkeit der Gespräche (besonders im 3. Akt) die Verflachung/Aufweichung der Zustände (im 2. Akt) und die zwecklose, ungeplante und orientierungslose Suche (1. Akt) die Bedrohung, die außer dem Kind niemand fühlt? Das ziellose Herumirren, in das Bedeutung und Tiefe hineininterpretiert wird? Die Furcht, die als Entschuldigung für Geborgenheit genutzt wird?

 

Das muss jeder Leser (Theaterbesucher) für sich selbst entscheiden. ICH als Autor wollte nur zum Denken anregen. In unserer Welt gäbe es genügend Themen, über die mal wieder nachzudenken sich wirklich lohnte.

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