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THEMEN:

010
Sammeln, eine Leidenschaft

011
Autor werden ist
nicht schwer

012
Verpackungswahn
und Mülltrennung

013
Internetale Beziehung

014
Computerspielereien

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ESSAYS und ÜBERLEGUNGEN:  »... meine unbescheidene Meinung«

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010 - SAMMELN, EINE LEIDENSCHAFT
(Sammeln bis die Regale und Schränke bersten …!)

Sammelleidenschaft BM-arrangiert

Sammeln bis die Regale und Schränke bersten …!
Mit einer ausgeprägten Sammelleidenschaft ist keineswegs der Zweifel gemeint, der bei manchen Menschen grundsätzlich jedes Aussortieren und Wegwerfen von Gebrauchsgegenständen verhindert. Ebenfalls ausgeschlossen von der tieferen Bedeutung dieses Begriffes ist das wahllose Horten von (meist mehr oder weniger wertvollen) Gegenständen
von Antiquitäten über Schmuck bis Tand. Hierbei geht es um einen ganz besonderen Trieb, der zur Gabe und ebenfalls –auch gleichzeitig– zu einem Fluch werden kann. Wenn das verfügbare Kapital in Sammelstücke einfließt, wenn jegliche Investition eine Komplettierung und Wertsteigerung einer Kollektion bestimmter Gegenstände ergibt, dann kann sowohl von einer Sucht wie einer Leidenschaft gesprochen werden … nur das verfügbare Kapital und die eingebrachte Zeit (= Aufwand) unterscheiden hier den Weinfreak oder den Gemälde-Sammler vom Kollegen, der auf Flohmärkten alten Postkarten oder Werbetafeln nachjagt.
Genaugenommen gibt es jedoch keinen sofort sichtbaren Unterschied zwischen dem einen Sammler und dem nächsten … wenn sich die Leidenschaft einmal als Triebfeder eines besonderen Hobbys manifestiert hat.

Das mag ganz unkompliziert losgehen: irgendwann in der Schule mit dem Tausch von aus dem Netz gesaugten, raren Mitschnitten der Lieblings-Gruppe als mp3-Datei oder dem plötzlich einsetzenden Interesse für Opis völlig ungepflegte, aber doch reichhaltige Briefmarkensammlung. Der Eine kauft irgendwann sein erstes Buch und entdeckt eine Schwäche fürs Lesen, die sich zu einem gesteigerten Bedürfnis des MEHR-HABEN-WOLLENs ausweitet … der Nächste stellt fest, dass alte Computerspiele einen nostalgisch-irrealen Reiz verströmen … vor allem auf dem dazugehörigen Equipment gespielt.
Alle sie können zu echten Sammlern werden, deren Leidenschaft sie über viele Jahre hinweg –wenn nicht das gesamte Leben– begleitet. Selbstverständlich kann ein Sammelobjekt, das auch benutzt werden will, seinem Besitzer mehr Freude bereiten, solange dieser es auch –in der körperlich wie geistig notwendigen Verfassung– benutzen kann. Irgendwann endet altersbedingt die Freude am Rennrad-Fahren … auch wenn sich in der eigens erbauten Garage die kostspieligsten Modelle stapeln. Und die vierundzwanzig Angeln –von der selbstgebauten Rute aus madagassischem Rohrschilf bis hin zum High-Tech-Gerät in der Preisklasse einer bestens ausgestatteten Limousine– werden ebenfalls irgendwann entweder in den Vitrinen-Schränken verstauben … oder verkauft und vererbt werden müssen.
Eine Garantie auf die Freude an den gesammelten Stücken bis in die letzten Lebenswochen hinein gibt es wohl kaum. Aber darauf kommt es dem passionierten Sammler auch gar nicht an.

Worum geht es wirklich?

Alles beginnt meist ganz harmlos … mit einem Geschenk, mit einem gar nicht weiter beachteten Einkauf … ohne weitere Anzeichen auf das, was kommen wird und was sich daraus entwickeln könnte. In dem (heutzutage eher als etwas veraltet belächelten) Hobby des Briefmarkensammelns kann man einen Klassiker untersuchen.
Es gibt diese sogenannten Postwertzeichen schon sehr lange (offiziell seit 1840) und in einer unüberblickbaren Vielfalt. Staaten, die längst nicht mehr existieren, haben Marken herausgegeben, Ereignisse und Jubiläen, die uns heute kein Begriff mehr sind, werden auf ihnen dargestellt. Sammler kümmern sich gezwungenermaßen nicht um all diese Möglichkeiten, sondern in der Regel um ein eingeschränktes, oft sogar sehr enges Feld. Dabei ist es umso schwieriger, sämtliche Marken einer gewissen Epoche zu ergattern, umso weiter zurück diese liegt und umso weniger Material ihrerzeit verwendet wurde. Die komplette Serie der zwischen 1850 und 1860 in deutschen Landen herausgegebenen Marken wird mit Sicherheit mehr Probleme aufwerfen, als den letzten Jahrgang der DDR-Wertzeichen zusammenzusuchen. Inwiefern allerdings bei beiden der Sammlertrieb eine geradezu manische Süchtigkeit bewirken kann, wird nur der ermessen und verstehen, dessen eigener Lebensweg ihn über die eine oder andere Sammelleidenschaft stolpern hat lassen.
Denn: Es ist verhältnismäßig leicht, kostengünstige Utensilien, Gerätschaften oder Materialien zu horten … selbst in größeren Mengen bleiben bei entsprechender Vorliebe die Kosten immer überschaubar. Bierdeckel kauft man vorerst nicht, man nimmt sie dort mit, wo man zu Gast war, bekommt sie von Freunden und Bekannten, die von diesem Interesse wissen, von überall her mitgebracht. Die Wühlkisten auf Flohmärkten beinhalten ein reiches Kontingent älteren Materials … aber immer noch zu Cent-Preisen. Anders verhält es sich bei den klassischen Sammelobjekten, wie wir sie zumindest heute noch kennen … obwohl ihre Zukunft als fortgeführte Produktionsreihen ein wenig wackelig und unsicher wirken mag: Bücher, Zeitschriften, Ton- und Filmaufnahmen … dies ist auch bereits im einzelnen Stück an einen gewissen Wert geknüpft. Jeder Schüler wird wissen, warum er sich seine Musik aus dem Netz relativ günstig holt, denn eine aktuelle Neuproduktion kostet im prozentualen Vergleich zum monatlichen Taschengeld richtig Geld.

Ein Haupthinderungsgrund für die meisten Menschen, die zwar gerne kaufen und besitzen, sich das Sammeln aber verkneifen, liegt nicht primär in einem auf der Hand liegenden Platzproblem oder den Kosten, die sich über die Jahre zusammenrechnen ließen, sondern ganz schlicht darin, dass kein Bedürfnis entdeckt wird, eine bestimmte Sache intensiv zu verfolgen. Nicht der Kauf und der Besitz ist schließlich die Triebfeder des wahren Sammlers, sondern die Komplettierung einer Vorgabe, einer Serie, einer Reihe … was immer. Zuletzt zählt natürlich der Besitz doppelt, doch dieser ist gekoppelt an den Stolz auf die Leistung, tatsächlich das zusammengetragen zu haben, was ein Gesamtes, ein Ganzes ergibt. Das reicht im Extremfall von allen je produzierten Jahrgängen eines hochgejubelten Garagenweins, der die 100-Parker-Punkte abonniert zu haben scheint, bis hin zu den Erstausgaben bestimmter Comic-Hefte, die sich in Kennerkreisen ebenfalls recht heftig bezahlen lassen.
»SÄMTLICHE WERKE« / »ALLE HITS« / »ERSTVERÖFFENTLICHUNG« – Über solche Schlagworte lernt der Normalbürger überhaupt erst einmal darüber nachzudenken, was sich hinter dieser Leidenschaft versteckt. Da wird GESAMMELTES angeboten, KOMPLETTES steht in Konkurrenz zu VOLLSTÄNDIGEM … und selbst bei RAREM gibt es noch einen obendrauf ... mit ALLEM RAREM oder gar VERSCHOLLENEM ALLERERSTEN. Ein Sammlerherz rotiert vor Freude, wenn irgendwo längst verloren Geglaubtes entdeckt oder vom Markt Verschwundenes wieder aufgelegt wird. Da bedarf es nicht nur der digitalen Bearbeitung eines Live-Mitschnittes aus frühen Vinyl-Zeiten … möglichst damals verboten und grauenvoll aufgenommen … wenn man die unter dem Ladentisch gehandelte, nur über fernöstliche, illegale Connections lieferbare Kostbarkeit ohnehin schon besitzt und jetzt auch noch die offizielle Absegnung erwirbt … dann ist die Sammlung wieder um ein Stück kompletter, reicher … wertvoller! Gleichermaßen verhält es sich mit dem obskuren Druck einer diesem oder jenem Meister zugeschriebenen Partitur … lange vor dem offiziellen op.1: gigantisches Sammlerstück!

Und es bedarf gar keiner Musik, keiner Textzeile, keines Filmmeters, die Augen einer im Vervollständigungsrausch verlorenen Seele zu Leuchten zu bringen. Das geht sehr wohl vom Tand bis zum Schmuck, von Luxuslimousinen bis Privatinseln und wird eines Tages vielleicht auch Satelliten und Raumfähren, kleine Monde im Universum und eine angemessene zweite Existenz irgendwo miteinschließen, doch die Grundsätzlichkeiten zwischen Zusammensuchen und Komplettieren einerseits und Kaufen, weil man das Geld hat, andererseits werden niemals dieselben Bedürfnisse befriedigen.

Sammeln ist nicht kaufen und besitzen!
Sammeln ist Leidenschaft … ganz nahe bei der Sucht
in den meisten Fällen nur deshalb etwas vernünftiger, weil kein tatsächlich körperlich fühlbarer Entzug spürbar wird, wenn man mal einige Zeit lang auf den Kauf der geliebten Objekte aus dem einen oder anderen Grund zu verzichten gezwungen ist. (Zumal ohnehin auf so manches begehrte Objekt sehr lange gewartet werden muss!)

Wir leben durch den Kopf … dort passiert, was uns antreibt, abbremst, zu Himmelssprüngen anstachelt und auf den Boden der Tatsachen zurückbringt. Die eigene Sammlung bewirkt ein Wohlgefühl, das sich nicht einstellen würde, gäbe es nicht den Prozess davor: Es muss gesucht werden. Nicht immer findet sich auf Abruf ein neues Puzzle-Stückchen und oft ist auch der Zielpunkt nicht wirklich klar und als endgültig definiert. Dort wo der Drang ansetzt, wird eine Erwartungshaltung ausgegeben, die nicht wirklich und notwendigerweise fixiert sein muss. Der Mensch selbst kann bestimmen, wie weit er sich wagt und wo er wann sein Limit zieht. Nicht umsonst macht es nur bedingt, bzw. verminderte Freude, große Sammlungen aus aufgelösten Beständen, Abverkäufen oder Erbschaften zu übernehmen. Hier fehlt ganz zuletzt die Suche … das Erfolgserlebnis des Findens selbst!

Vielleicht ist die plausibelste und zugleich plakativste Erklärung für den Unterschied zwischen einem Sammler und einem sicherlich ebenfalls als Kenner und Liebhaber zu bezeichnenden– Käufer ganz allgemein folgende: Der Eine erwirbt sich die Liebe einer Frau … der andere bestellt sich eine Partnerin aus dem Katalog. (Es gibt sicherlich auch reiche Europäerinnen, die sich einen netten Thai-Burschen ins Haus holen … aber die Regel ist eben auf die männlichen Vorstellungen zugeschnitten. Sorry …!)

 

 

© a.zeram 2012

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011 - AUTOR WERDEN IST NICHT SCHWER
(… Schriftsteller sein dagegen sehr.)

AUTOR WERDEN-WEB

Schriftsteller werden?
Auch wenn der Unterschied zwischen den Begriffen niemandem ganz klar sein mag, bezeichnet die ›Schriftstellerei ‹eine Berufsgattung, während der ›Autor ‹jener ist, der Texte erstellt – unabhängig von jeglicher, weiterführender Verwertung und rechtlicher Nutzung dieser Texte. Ein Schüler ist offiziell der Verfasser eines Aufsatzes, aber genaugenommen könnte er sich diesbezüglich ›Autor ‹nennen … nicht jedoch ›Schriftsteller‹.
Solcherlei Feinheiten gibt es auch in anderen Sprachen und Ländern. Der englische Schreiber als ›author/novelist/writer‹, das französische Pendant dazu als ›auteur/romancier/écrivain ‹etc.
Dass sich dahinter immer dieselbe, in sehr verwandtschaftlichem Verhältnis verwobene Tätigkeit versteckt, dass sowohl Dichter und Dramatiker, wie auch Drehbuchautoren, Redenschreiber und Verfasser von Gesetzestexten ›Schöpfer‹, ›Urheber eines Gedankens ‹etc. sind oder doch sein können, steht auf gesonderten Blättern:
Beruf = Verdienst!
Hobby = Zeitvertreib!

Irgendwann und irgendwo zwischen Schulaufsätzen, Briefen, Beiträgen in Internet–Foren und persönlichen Notizen, Lektüre von Zeitschriften, Magazinen, Büchern und sonstigen, allgemein verfügbaren Texten keimt plötzlich der Wunsch auf, auch mal was Eigenes zu probieren. Wenn sich dazu –im Idealfall nicht nur aus engstem Familien– und Freundeskreis– auch noch positive Resonanz auf das Geschriebene einstellt, ist es nicht mehr weit zum Verlangen nach dem eigenen Buch (… in gedruckter wie digitaler Form).

Schriftsteller werden!
Das steht dabei noch gar nicht wirklich im Vordergrund, denn zuerst einmal will der Schreiberling
›zum Spaß ‹das eigene Werk in den Händen halten … als einen Beweis für erfolgreiches Arbeiten und Abschließen im künstlerisch–kreativen Bereich … vielleicht auch zum Verschenken an eben jene Personen, die Mut zugesprochen und damit zur Vollendung des Textes beigetragen haben – direkt oder indirekt.

Schriftsteller werden!
Dieser Gedanke drängt schließlich aus dem Unbewussten immer weiter in ins alltägliche Verständnis des eigenen Daseins und verlangt nach zunehmender, ernster Aufmerksamkeit. Immer wieder wird einem da
›großes Talent ‹beschieden, die Leser des unter Freunden und ࿠Bekannten herumgereichten Textes äußern wohlwollende Kritik, Begeisterung gar … fragen nach einem Verlag … fragen nach Veröffentlichung: »Hast Du schon einen Verleger?«
Schriftsteller werden?
Die Verlockungen für den ambitionierten Schreiberling, der sich inzwischen auf Literatur–Plattformen und in Hobby–Autoren–Foren etwas umgesehen hat, sind mannigfaltig. Einerseits reift sehr rasch und profund die Erkenntnis, dass andere auch nicht besser schreiben, als man es selbst tut, kann oder zumindest könnte – andererseits ist man vielleicht doch noch im Zweifel, ob sich aus der Freizeit–Leidenschaft über kurz oder lang ein lukratives Geschäft formen ließe. Wenn denn schon Talent vorhanden ist, wenn einem sogar ›kritische ‹Bekannte rundheraus erklären, dass
Dein Buch genauso gut in den Hitlisten stehen könnte … vielleicht einen ›Nebenverdienst ‹aufbauen? –
Will man das wirklich? Ist man gut genug? Immerhin sollte sich ja wohl ein Test bewerkstelligen lassen. Wennʼs nicht klappt, man hat immer noch seinen Brotberuf und dann war die Schreiberei eben nur eine Episode.
Wie aber kommt man zum eigenen Buch … und sei es auch nur in einer Mini-Auflage, die gerade mal die Ansprüche eines schwärmerisch-abgehobenen Verträumt-Seins befriedigen würde?
Wo sind die Verleger, die Lektoren? Welche Adressen sind gut? Was gibt es zu beachten? Könnte ich als Autor, als Verfasser einer möglicherweise gut verkäuflichen Geschichte, am Ende über den Tisch gezogen werden?
Die moderne Medienlandschaft bietet dem ambitionierten Wortkünstler alle Möglichkeiten, die er sich nur ausmalen möchte. Über die Suchmaschinen im Netz kann er sich sämtliche Kontaktadressen der großen Verlage in wenigen Minuten zusammensuchen und braucht nur noch sein Werk anzupreisen.

Autor sein … Schriftsteller werden?

Die Ernüchterung kommt mit brachialer Macht, denn Verlage haben in der Regel kein Kontingent für unverhofft hereinschneiende Manuskripte … ihre Programmpolitik ist meist auf Jahre hinaus festgelegt, und sämtliche Neuauflagen sind ausgebucht … mit den Joker-Plätzen für den nicht planbaren Supererfolg aus dem Ausland, der natürlich umgehend übersetzt und veröffentlicht werden, also auch bei ausgelastetem Programm sofort aufgenommen werden muss.
Da kann einem unbeleckten Autoren schnell die Lust vergehen, denn ein Dutzend Standard-Absagen –meist ohne spürbaren Bezug zum eingesandten Manuskript– greift die eigene Überzeugung sehr stark an. Nach zwei oder drei Jahren, zwanzig oder auch fünfzig oder hundert Absagen streichen die meisten Autoren dann die Segel und schreiben entweder eine gewisse Zeit lang wirklich nur noch fürs eigene Vergnügen … oder lassen es gleich ganz bleiben. Die Hartnäckigen jedoch suchen weiter … nach anderen Wegen und Schlupflöchern.
Entsprechende Verlage, die sich auf diese neue Gattung veröffentlichungswütiger Autoren eingestellt hat, werben in auffälligen Anzeigen mit Versprechen, die jedem Hobby-Schreiberling das Herz aufgehen lassen.
Wir suchen Autoren
Wir veröffentlichen Ihr Buch!
Schreiben Sie für uns den nächsten Bestseller!
In drei Schritten zum eigenen Buch!
Der von den Major-Verlagen Abgewiesene erkennt nicht immer oder besser: nicht immer sofort, dass es sich hier um eine Industrie von skrupellosen Abzockern handelt, die mit den hochfliegenden Hoffnungen der unglücklichen Freizeit-Künstler kräftig Profit machen wollen.
Druckkostenzuschuss! – Zugleich Zauberwort (für die entsprechenden Verleger) und Fluch (für die reingelegten Autoren) … Abschreckung für einen ganzen Markt, der immer zwischen Informiert-Sein und Unwissen hin und her schwankt und daraus seine Spannung zieht. In der Fach-Presse wird zwar vor diesen DKZ-Verlagen (Druckkostenzuschuss-Verlagen) gewarnt, doch wenn das eigene Buch so nah ist … warum sollte man dann nicht auch ein paar Euronen (meist im vier bis fünfstelligen Bereich) ›zuschießen‹? Wo es immerhin ein Risiko für den Buchverlag sein soll, einen unbekannten Namen groß herauszubringen?

Autoren werden zu Schriftstellern!
Seit einigen Jahren scheint das wirklich kein unüberwindbares Problem mehr zu sein, und mit jedem Tag eröffnen sich neue Möglichkeiten. Die Zuschuss
-Verlage haben Konkurrenz bekommen, denn ein anderer Erwerbszweig der Branche setzt auf Kostenminimierung und verzichtet auf Lagerhaltung. Das Buch-auf-Bestellung (book on demand), kurz BoD, ist für eine Fülle von Verlegern genau zum richtigen Zeitpunkt erfunden (bzw. auf dem Markt eingeführt) worden, um auf breiter Basis viele verschiedene Autoren kostengünstig und risikoreduziert zu vermarkten. Die Einsparung eines teuren Profi-Lektorates verschlechtert zwar die Qualität der Texte, das ›on demand‹-Verfahren steht in der Regel hochwertigen Druckprojekten im Weg … aber eigentlich ist allen gedient: Der Buchverlag hat einen Titel im Programm, der mehr oder weniger nur etwas Unkosten bei Erstellung und danach geringe Druckkosten bei Verkauf verursacht, der Autor hat sein Buch (mit ISBN-Eintragung auf dem Markt!) … und die Leser die Qual der Wahl. (Davon später).
Die Entwicklung ist dabei nicht stehengeblieben. Über entsprechende, findige Druckerei-Firmenprojekte kann der ambitionierte Schreiberling längst das eigene Buch in Eigenregie veröffentlichen und auch vertreiben. Die unangenehme Arbeit des Lektorierens, Eintragens in offizielle Listen und Anbietens bei den einschlägigen Adressen des Buchmarktes … kostet ein wenig, doch das übernimmt der Druckerei-Verleger gerne. Risiko für ihn: Null! Alles, was gedruckt wird, geht an den Besteller (=Autoren), muss bezahlt werden und … das warʼs! Ein sehr erfreuliches Geschäftsmodell … für den, der nichts weiter machen muss, als sich auf die Eitelkeit verschiedener Künstler zu verlassen.
Aber auch das kann mit der Zeit schiefgehen, denn am Horizont flackern bereits die Feuerbrände des neuen Zeitalters, die Schreckensvisionen papiergebundener Buchhändler, traditionell ausgerichteter Sammler und all jener Leser, die wirklich etwas ›in der Hand ‹haben wollen, in dem man geräuschvoll und mit angefeuchteten Fingern noch blättern kann:

E-Book!

Das entsprechende Equipment vorausgesetzt (PC und Software!), könnte theoretisch jeder Autor sein eigener Verleger werden. Einen Text geschrieben, nach dem branchenüblichen Duden-Scan mit den auf dem Markt verfügbaren Programmen zu einer download-gerechten E-Book-Datei umgewandelt … dann fehlt nur noch die Werbung: ein bisserl social-networking hier und ein wenig dort …
Schriftsteller werden?
Kein Problem fürs eigene Buch … so oder so.
Schriftsteller sein?
Das wird nicht erst die Zeit entscheiden!

Jeden Monat werden Zigtausende neuer Titel auf den Markt gebracht … in allen Sprachen, weltweit. – Belletristik, Sachbücher, Bildbände, Lexika … auch schon vor dem ungebrochen anhaltenden Aufstieg des Internets hat die Welt eine schier unüberblickbare Masse von Lektüre angeboten bekommen. Und jetzt kommt sozusagen ein Quantensprung.
Jeder, der auch nur halbwegs die Typen auf einer Tastatur drücken und ein Textverarbeitungsprogramm benutzen kann, darf sich jetzt herausnehmen, der Allgemeinheit einen Text vorzulegen … Autor nennen … Schriftsteller werden!
Die Kosten dafür sind minimal, die Wirkung jedoch … fatal.
Gab es bisher ein Lektorat, das zumindest firmenspezifisch sortiert und gefiltert hat, was der breiten Leserschaft vorgelegt werden sollte, fällt diese Selektion jetzt und in Zukunft immer mehr weg. Die eigenverantwortlichen Autoren brauchen sich nicht mehr zu gedulden, bis ein Verleger die herzerwärmende Zusage schickt und Manuskript mit einem Profi-Lektor durchgearbeitet wird … wenn der Wunsch nach Veröffentlichung ernst gemeint ist, dann lässt er sich verwirklichen: sofort!
Wie viele unredigierte, unkorrigierte und ganz auffällig fehlerhafte Texte den Markt erreichen werden, steht in den Sternen. Der geneigte Leser wird sich nach einer Phase des ziellosen Herumsuchens unter unbekannten Namen schließlich wieder auf das besinnen, was in den letzten Jahrzehnten unser Verhältnis nicht nur zur Kunst mehr geprägt hat als die Mundpropaganda vergangener Zeiten: die Werbung. Und diese, wenn sie Wirkung zeigen soll, können sich nur die Profis leisten … also wieder jene Major-Buchverlage, die dem Hobby-Schreiber auch heute noch die Absagen schicken.

Schriftsteller werden … eine schwierige Berufswahl!
Autor werden … man sollte es so sehen, wie es ja meist auch verstanden wird:
Ein Hobby ist ein Hobby!
Nur in den seltensten Fällen wird daraus ein Beruf!

 

 

© a.zeram 2012

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012 - VERPACKUNGSWAHN und MÜLLTRENNUNG
(Mit System alles zu-müllen!)

Mülltrennung-Container

Da liest oder hört ein Kind unserer Zeit, dass Omi und Opi im entsprechenden Alter tatsächlich zu einem Milchladen gelatscht sind, um sich dort die begehrte, weiße Flüssigkeit in einen mitgebrachten Eimer einfüllen zu lassen … und glauben, man erzählte ihnen eine Geschichte aus dem finsteren Mittelalter. ›Deutschland war wirklich mal SO rückständig, Mami?
Ja … ja … als die Kühe noch nicht lilafarben auf den Bäumen wuchsen und man frische, unregelmäßig geformte Land
-Eier noch in den eigenen Korb drapieren musste, als der ›Sonntagsbraten‹ beim Metzgermeister noch in Zeitungspapier gewickelt wurde und daheim die Schlagzeilen der Vorwoche spiegelverkehrt wiedergab … das war tatsächlich noch finsterstes Mittelalter … aus heutiger Sicht.

Irgendwann haben nicht nur jene Bundesbürger den Faden verloren, die zwanzig, dreißig oder mehr Jahre vor der Wiedervereinigung geboren wurden. Die Einführung solcher aktuell alltäglicher– Begriffe wie Recycling, Mülltrennung, Restmüll, Sondermüll oder Grüner Punkt liegt in einer nebligen, unbestimmten Vergangenheit … fast schon so weit entfernt, wie das angesprochene dunkle Zeitalter, als Abfallwirtschaft ein Unwort gewesen wäre und möglicherweise sogar höchste Würdenträger aus Kirche und Staat auf den Plan gerufen hätte.
Verpackung?

Müll?
Mülltrennung?
Der Leibhaftige hätte dahinter gestanden haben müssen … damals!

Heute kennen wir diesbezüglich keine Skrupel mehr.
Sämtliche auf dem Markt angebotene Ware hat
egal, ob Lebensmittel, Haushaltsartikel oder Freizeitutensil– attraktiv, sauber und auffällig verpackt zu sein, damit der potenzielle Käufer auch darauf aufmerksam wird, wenn er gar nicht zum eventuellen Kauf bereit ist. Dass hier marketing-strategische Überlegungen einfließen, die einer hochkomplizierten, für Normalbürger kaum nachvollziehbaren Wissenschaft gleichkommen, versteht sich (fast) von selbst. Das, was Produzenten auf den Markt werfen, hat nichts mehr damit zu tun, was der Markt tatsächlich (oder auch nur möglicherweise) braucht, sondern ist ein Konstrukt der gesteuerten Bedürfnisse des einzelnen Verbrauchers.

Die engen Klammern, die Wirtschaft und Markt, Soll und Haben, Verkäufer und Käufer, Produkt und Notwendigkeit zusammenhalten, bedürfen einer gesonderten Untersuchung, denn die wechselwirkenden Zusammenhänge sind es allemal wert. Doch alleine schon die Zweckgemeinschaft zwischen Verpackung, Präsentation, Dekoration und Müllverwertung, Mülltrennung, Abfallwirtschaft und das in den Verbraucher eingepflanzte Umweltbewusstsein ist ein Themenblock, der ganze Seminar-Reihen, private Diskussionsrunden wie auch höchst offizielle Bundestags-Debatten mit endlosem Stoff versorgen könnte.
Verpackung für alles, was produziert wird, das steht der Verpflichtung gegenüber, dass diese Verpackung auch wieder entsorgt und vielleicht sogar wiederverwertet werden kann, bzw. muss oder doch … sollte.
Die praktische Dose, die recycelbare Leichtflasche und der Tetra-Pack, Plastik-Schalen, -Folien, Verblisterungen und Vakuumbehältnisse … im Supermarkt findet der Einkäufer immer weniger ›lose‹, unverpackte Ware. Es ist hygienisch durchdacht und zudem über die
portionierten Kontingente genauestens kalkuliert, was der Verbraucher mit nach Hause nehmen soll.
Haben Opi und Omi vielleicht noch 3 Äpfel und 2 Birnen am Wochenmarkt gekauft, kommen die Enkel heute mit Sechserpacks nach Hause. Wird schon gegessen … und die aufgeschäumte, stabile Unterlage, die es möglich machte, jeden einzelnen Apfel sicher vom Einkaufswagen bis in die heimische Ostschale zu transportieren, wird ebenso bewusst dem wiederverwertenden Kreislauf zugeführt, wie die Plastikfolie, die alles gegen schädliche Umwelteinflüsse geschützt hat.
Vielleicht geht nicht jedem ein, dass die sterilen Verpackungseinheiten jeweils noch mit aufwändig gedruckten Etiketten versehen sind, die eine Mülltrennung logischerweise erschweren. Aber die vorbereiteten Müllbeutel nehmen die entsprechenden Abfallprodukte ohne Rückfrage auf … inklusive der umweltgrün prangenden
Bio-Siegel, der bunten Ökotest-Aufkleber und der Auszeichnungsplaketten in Gold, Silber oder Bronze. Dies in die blaue Tonne, jenes in den gelben Sack … und irgendwo gibt es auch noch eine graue Mülltonne mit all dem, was der Verbraucher nicht zuordnen kann oder möchte … weil er für den notwendigen Aufwand ganz schlicht zu faul ist. Da rutscht schon mal eine Ladung geleerte Safttüten in den Dosen-Alu-Eisen-Container … und die Umverpackung des geliebten Sixpacks landet –weil das Fußballspiel gleich im Fernsehen anfängt– im Restmüll … statt im Plastiksack oder beim Altpapier. Je nach dem.

Über kurz oder lang kann sich da ein jeder die Frage selbst stellen: Brauche ich wirklich eine Pralinenschachtel mit einzeln doppelt in Zellophan und Silberpapier verpackten Schokogenüssen, mit edler Formhalterung, einer Schale dazu, diese wiederum zu stabilisieren … einer Schachtel, um alles in einen edlen, unverrutschbaren Rahmen zu setzen, der wiederum von einer Lage Glanzpapier und einer extra-feinen Umhüllung Glitzerfolie, vielleicht noch mit einem weihnachtlichen Metallglöckchen verziert, das Produkt zum Luxusartikel aufwertet … obwohl es dann im Regal doch für einen recht attraktiven Preis angeboten wird … obendrein noch in der Hochglanz-Postwurf-Werbung …?

Es gibt einerseits den Wahn der Produzenten, ihre Angebote möglichst auffällig, unverwechselbar und individuell, kostbar wirkend und daher aufgewertet auf den Markt zu werfen. Und andererseits steht unser Umweltempfinden, unser Wunsch nach Reinheit, Ehrlichkeit und der Einhaltung biologisch-ökologischen Richtlinien alledem entgegen.
Immer mehr Wochenmärkte mit den Angeboten der Erzeugnisse aus ›der Region‹ locken die bewussten Verbraucher an, und doch bilden diese dennoch nur eine kleine Minderheit, die den Multis der jeweiligen Branchen keine Angst einjagen. Sie wissen sehr wohl, dass jene mit selbstgehäkeltem Einkaufsnetz aus Eigenbau-Jute gegen die Massen der Schnell-mal-am-Wochenende-im-Center-Einkäufer keine Chance haben. Wer sich nur einmal die Mühe macht, eine halbe Stunde auf einem Parkplatz eines der großen Einkaufszentren zu verbringen und aufmerksam zu verfolgen, was die Kundschaft da so in die Rollwagen geladen hat … der wird keine weiteren Hoffnungen mehr hegen können. Da mag der Verkäufer am Marktstand bedauernd erklären, dass man keine ›Plastiktüten‹ habe, weil ›hier alle Kunden ihre Sachen zum Transport selbst mitbringen‹ … das sind keine relevanten Argumente.

Wir verpacken, weil es nützlich, hygienisch, praktisch und attraktiv ist … und für den entstandenen Müll gibt es eine komplette, sehr gut funktionierende Industrie, die noch dazu eine ganze Menge Arbeitsplätze bietet … wie die Verpackungsmaterial-Hersteller natürlich schon zuvor. Die recycelbaren Stoffe werden in einen Kreislauf zurückgeführt … soweit man es als Verbraucher mit der Mülltrennung ernst genommen hat … und das hat schon alles seine Richtigkeit. Plastikmüll, Altglas, Dosen, Biomüll, Sondermüll, Hausmüll … erst über die Mülltrennung haben wir eine Vorstellung davon erhalten, was für einen gewaltigen Prozess wir mit unseren alltäglichen Einkäufen unterstützen.
Irgendwie ist es fast schon beruhigend, wenn der ganze
eigentlich doch wirklich unnütze– Aufwand keinen Schaden verursacht … ja sogar eine ganze Industrie am Leben erhält, die es (allerdings!) ohne Verpackungsmüll gar nicht gäbe!

Irgendwie beunruhigend jedoch, wenn man sich selbst eingesteht, dass man letzthin wieder mal eine leere Flasche Olivenöl einfach in die Restmüll-Tonne versenkt hat, statt sie zum Altglas zu legen, dass das Stanniolpapier (wer kennt diesen Begriff noch?) des leckeren Kaugummis während der Fahrt über den Brenner … über die Leitplanken geschnipst wurde und zu allem Überfluss ein guter Bekannter, der bei den Stadtwerken arbeitet, beim letzten Grillfest (2 gelbe Säcke mit Abfall, die blaue Altpapiertonne bis oben hin gefüllt) erklärt hat, dass man es beim Verwerten der entsprechenden Sammelcontainer-Inhalte nicht so genau nehme und manchmal einfach alles zusammen in die Müllverbrennungsanlage weitergeleitet wird.

Man sollte sich deswegen keinen Kopf machen! Wer Verpackung kauft, muss damit umgehen. Angebot befriedigt nur Nachfrage … und Nachfrage steigert Angebot.
Zweckgemeinschaft … moderne Symbiose! Kein Grund zur Panik!
Genaugenommen wären wir alle selber schuld, wenn wir irgendwann im Müll erstickten! Aber … soweit wird es natürlich gar nicht kommen … können. Visionäre sehen schon heute die kleinen Pillen für komplette Menüs in der Massenproduktion (Gourmet
-
Astronauten testen das vorher!)… selbst Hometrainer könnten in gar nicht mehr so ferner Zukunft schon virtuell sein, und wenn Sex nur noch im Cyberspace stattfindet, Kondome (eines der am aufwändigsten verpackten Produkte überhaupt!) keine reale Funktion mehr erfüllten, dann spätestens hätte auch die Mülltrennung endgültig ausgedient!

 

 

© a.zeram 2012

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013 - INTERNETALE BEZIEHUNG - MODERNE BRIEFFREUNDSCHAFT
(Wie können wir uns in den medialen Netzen mit anderen zurechtfinden?)

INTERNETALE BEZIEHUNG 

Die Frage nach Vereinsamung stellt sich dem modernen Menschen nur dann, wenn über den Tellerrand der intermedialen Möglichkeiten hinaus nach Fixpunkten gesucht wird. Wer über die entsprechenden technischen Mittel (Smartphone, PC, Handy) verfügt, hat vielleicht nur ein mildes Lächeln dafür übrig, wie seinerzeit bei den Großeltern Kontakte gepflegt wurden, die sich nicht in der unmittelbaren Nachbarschaft befanden.
Schon die Bezeichnung für eine –über die verfügbaren, allgemein bekannten und von Abermillionen genutzten Netzwerke und Kommunikationsmöglichkeiten erfolgte– Beziehung zwischen Menschen, die sich genau genommen gar nicht (zumindest persönlich!) kennen, hat etwas Befremdliches.
›Inter‹ … da leitet das lateinische ›zwischen/dazwischen‹ ebenso den weiterführenden Gedanken wie das durch heutzutage gebräuchliche Begriffe naheliegende Pendant dazu: ›übergreifend‹! Die Assoziationen mit ›international‹ , ›Internet‹ oder ›Interpol‹ drängen sich vor die viel klareren Ausdrücke wie ›intervenieren‹ oder ›interagieren‹ . Und gleich daneben liegt dann ein ebenfalls bekannter Wortstamm aus dem Lateinischen: ›natio‹ … alles, was dann mit ›Geboren‹/›Geburt‹ etc. zu tun hat, kommt schließlich in diesem verwirrenden Begriff vor: INTERNETAL … NATAL … NATUS … NATION … INTERNATION … INTERNET man kann es sich aussuchen und ein (früher mal, als es noch keine Computerprogramme gab, die solche Aufgaben in Windeseile auf Eingabetaste hin lösen) beliebtes Spiel spielen, auf wie viele abgeleitete Begriffe man kommt. Es bleibt der beunruhigende Hintergedanke … wie ein Beigeschmack: irgendwas mit ZWISCHEN … zwischen den Stühlen … zwischen den Dingen … den Anforderungen ... den Erwartungen?

Und dabei bezeichnet der Grundgedanke doch etwas, mit dem gerade der heutige Mensch in seiner modernen, in sich abgekapselten Umgebung tagtäglich zu kämpfen hat: die Beziehung zu jemandem, der einem etwas bedeutet, der einem (schließlich, nach gewisser Kennenlernphase) nahe steht und den man als Freund bezeichnen möchte. Ein Mensch, der irgendwo da draußen in den Weiten des digitalen Netzwerkes sein ganz persönliches Dasein lebt und eigentlich nichts mit mir, dem anderen Part dieser Beziehung, zu schaffen hat.

Und dann ist es doch soweit! Aus einer lockeren Fern-Bekanntschaft hat sich eine moderne Fern-Beziehung entwickelt.
Was sich auch schon früher einmal langsam als ›Brieffreundschaft‹ aufgebaut hat … meist über einen sehr langen Zeitraum hinweg … das kann heutzutage recht rasch eine ähnliche Form annehmen: eine intensive, in gewissen Fällen sogar sehr intime, auf jeden Fall aber persönliche Beziehung über die Mittel und Wege, die einem jeden das große Netz mit all seinen Kommunikationswegen bietet. Ganz im Gegensatz zu den antiquierten Möglichkeiten mit handgeschrieben und per Post versendeten Episteln hat der moderne Adept zwischenmenschlicher Beziehungen ein gewaltiges Register an verschiedenartigsten Möglichkeiten zur Verfügung. Da muss nicht mehr versucht werden, lange und detailliert eine besondere Lieblingsmusik zu beschreiben … man versendet das entsprechende Teil einfach als Anhang zur E-Mail. Musste man irgendwann extra einen Abzug machen lassen, um dem ›Brieffreund‹ ein Foto von sich selbst oder einer Sache rund ums gemeinsame Hobby zu schicken … der
internetale Freundschaftsbeweis besteht in einer Vielzahl von Dateien, dazu dann genaue, hilfreiche und selbsterklärende Links … auf die entsprechenden Seiten verweisend, die das gemeinsame Interesse behandeln.

Ja, eine internetale Beziehung ist mehr als nur eine Brieffreundschaft im klassischen Sinn. Zu einer solchenmodernen‹ Verbindung gehört auch, dass man einander auf Google-Earth schon gegenseitig besucht hat, dass die Freunde der Freunde in den sozialen Netzwerken einen ebenso kennen wie die Werbungsfirmen, die sich an jede Äußerung, die für die breite Masse gedacht ist, ebenso dranhängen, wie an die vermeintlich geheimen, ganz internen Botschaften.

Und gerade DAS macht wohl den wirklichen Unterschied aus. Wo heute ein schneller Klick auf einenGefällt mir‹-Button (Daumen hoch und LIKE!) bereits Kommunikation bedeutet, musste einst ein ganzer Prozess von Gedanken und Handlungen eingeleitet werden … mit dem Endergebnis, dass ein Brief, ja mit voranschreitender Technik auch eine selbst aufgenommene Videokassette oder ein Musikband den Besitzer gewechselt hat. Das klappt natürlich in unserer schnellen, papierfreien und mediengerechten Zeit nicht nur genauso, sondern sogar viel unkomplizierter, schneller … besser! Wer seine Beziehung pflegt, der wird nach einer gewissen Zeit weit über das hinausgekommen sein, was unsere Vorväter je mit Briefen und Päckchen erreichen hätten können. Die selbstgebrannte DVD mit dem heruntergeladenen Kino-Hit, die raren Tracks einer gemeinsam bewunderten Gruppe auf CD, Kochrezepte, Tricks und Tipps zu Haushalt, Liebesleben, Auto und Beruf in allen erdenklichen Variationen, Bilder in Hülle und Fülle … sogar selbstextrahierend und als Diashow animiert … unterlegt mit dem dazu geplanten Klangteppich! Das gehört einfach dazu!
Der internetale
Freund wird sich recht schnell ein ziemlich genaues Bild machen können, wer da genau sein Ansprechpartner ist … wie er tickt, was er mag und wo er seine Schwächen hat.

Schwächen?
Oh, das ist dann wohl doch ein anderer Punkt. Nicht ganz
inter‹ … und auch nicht ganz ›natal‹ … weder dazwischen oder nett noch sonst wie gemeinsam teilbar!

Wirkliche Schwächen gibt es in diesen internetalen Beziehungen nur noch häppchenweise, denn das doch viel komplexere Gesamtbild verschweigt die Wahrhaftigkeit viel deutlicher als früher ein Brief oder ein beigelegtes Foto. Immerhin hatte der frühere Brieffreund ja kaum ein Gesicht und wenn, dann sehr unscharfe Konturen. Er wohnte da irgendwo, machte irgendwas, hatte dies und jenes … aber wichtig war und blieben einzig die kommunizierten, gemeinsamen Themen. Auch hier wurden Tipps verfolgt (Tollen neuen Film gesehen …! / Wenn man die Messe ABC bei Dir in der Stadt ist, solltest Du Dir HIJKL vornehmen …! etc.), doch jede Beachtung war mit Aufwand und Eigeninitiative verbunden, die tatsächlich sehr prägnant herausstellte, ob der Gesprächspartner am anderen Ende des Postweges verstanden hatte, was man eigentlich selbst bevorzugte … was man von ihm erwartete/wollte! Die internetale Beziehung jedoch lebt über das Tempo und die sofortige Verfügbarkeit eines besonderen thematischen Hinweises. (Hab‹ Dir den Link zu der Sache unten angeklebt … / Hör‹ Dir mal DEN Song an, klick einfach auf den Link ~ öffne den Anhang mit der mp3-Datei … etc.)

Der wirkliche Unterschied zwischen einer Freundschaft, die im klassischen Sinn von Auge zu Auge besteht, und einer früher über Briefe, heute über Mails und Netzkontakte– modernen Art der Kommunikation findet sich nicht in den Wegen selbst, die zwei einander zuerst einmal wildfremden Menschen eine gemeinsame Diskussionsbasis bieten … es ist die Verlockung der Informationen von außen her.

Was der Brieffreund von einst nicht mitgeteilt bekommen hat, sollte er nicht erfahren und das warʼs dann auch. Der moderne Kontakt übergeht dieses »Was ich Dir nicht schreibe, ist nicht wichtig für Dich!«, denn der Angesprochene kann sich ganz unabhängig von jeder Zuneigung oder jedem Zweifel dort informieren, wo der heutige Datenfluss durchrauscht: im Netz! – Da kann der kurze Hinweis auf einen Trauerfall in der Familie zu einer Flut von Beileids-Posts führen … von Freunden, die man irgendwann und irgendwie so nebenher nach einer ›Anfrage‹ angenommen hat. Denn, was der eine Freund erfährt, ist möglicherweise nicht wirklich geheim geblieben … auch ohne jedes Zutun des ›Mail-Exchange-Partners". Ein unvorsichtiger Hinweis nur, eine für viele User sichtbare Datumsangabe, ein öffentlich ins Netz gestellter Ausspruch, ein Hinweis, ein Link … das Schreiben an den Brieffreund von einst und die Nachrichten von heute unterscheiden sich gravierend durch die öffentliche Anteilnahme.
Ob ich über meine 2000 Freunde beim Krimileser-Club oder den etwas engeren Kreis im Forum der ›Selbstkritischen Naturbeobachter‹ meine Meinung und damit Details über mich selbst in die weltweite Datenmaschine einspeise … das zählt für den internen Kreis nicht. Für Interessierte aber lässt sich aus dem halbstündigen Check eines
internetalen Profils mehr herauslesen als andere nach zwei durchgezechten Nächten oder –im Extremfall– nach zwanzig Jahren Ehe von ihrem Gegenüber wüssten.

Eineinternetale Beziehung… das ist irgendwie auch ein Kontakt, der mehr offenlegt, als er eigentlich soll und zugleich immer noch weit hinter dem einher hinkt, was eine tatsächliche, persönliche Freundschaft ausmacht. Alleine die Möglichkeit, auf eine Unstimmigkeit hin das aufklärende, direkte Gespräch zu suchen, die tröstende Geste des In-den-Arm-Nehmens, der Heiterkeitsausbruch beim Anblick eines erstaunten Gesichtes … das gibt es selbst im Zeitalter von Videokonferenzen und Live-Chats nicht. Da helfen auch keine Emoticons und keine Buchstabenkürzel, die jedem im Netz bekannt sind. Wer damit nicht einverstanden wäre, sollte sich dabei nur einmal überlegen, ob man im ›richtigen‹ Leben, eine Person einfach ›wegklicken‹ , einen Kontakt ›löschen‹ oder eine wichtige Frage ›ablehnen‹ kann … selbst das Abbrechen eines Gespräches und der wütende Abgang mit knallender Türe entspricht nicht dem durch einige böse Symbole verstärkten ›Verlassen des Chats‹!
Die persönliche Wertschätzung eines modernen Internet-Users umklammert die Möglichkeiten, die ihm das Netz bietet – in einer dem passiven Konsummieren geradezu verwandten Art:
Ich nehme mit, was geht …! … denn es kostet ja nichts, ist mit wenig Aufwand verbunden und bleibt letzten Endes trotz aller Offenlegung privatester Daten eine Kunstnummer – vergleichbar dem sprichwörtlichen Drahtseilakt … jedoch für den Fall der Fälle gut abgesichert!
Denn: Bevor sich Menschen, die miteinander kommunizieren nicht wirklich in die Augen gesehen haben, wissen sie nur das, was irgendwie über die verschiedensten Kanäle in die mediale Umlaufbahn geschleust wurde … bewusst vom Betroffenen selbst … und viele weitere Details von anderen – oft ungeprüft, manchmal sogar falsch.
Sogar die kompletteste Akte kann ein
Fake sein! Davor bewahren internetale Beziehungen auch nicht die umfassenden Möglichkeiten des heutigen Datenaustausches. Da hat sich seit Urzeiten nichts geändert. Wer sich wirklich hinter einem Namen verbirgt, erfährt auch der moderneBrieffreund‹ nur mit dem ersten Händeschütteln und der nachfolgenden persönlichen Bekanntschaft im ›realen‹ Dasein.

 

© a.zeram 2012

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014 - COMPUTERSPIELEREIEN
(Die Geister, die ich rief ...)

Computerspielereien Grafik

Der Begriff eines ›Computers‹ ist bereits schon lange vor den ersten halbwegs einsatzfähigen, programmierbaren Rechenmaschinen, die von Konrad Zuse in den dreißiger und vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut wurden, bekannt gewesen … nur wurde das lateinische Wort (computare) erst in der Neuzeit tatsächlich für das digitale Arbeitsgerät, wie wir es heute kennen, verwendet.

Zur Differenzierung, um die Verwendung des Gerätes im nichtwissenschaftlichen (bzw. nicht-militärischen) Bereich zu bezeichnen, wurde in den Siebzigern die neue Wortschöpfung ›Personal Computer‹ eingeführt … als ›PC‹ inzwischen wohl ein Umgangswort/Kürzel, das sozusagen jedem Neugeborenen in die digitale Wiege gelegt wird.
Die Folge davon: Computerspielereien.

Die Zeiten, da ein Wissenschaftler mit einem unverständlichen, monströsen Apparat hantierte, der mit seinen diversen Komponenten ganze Zimmer ausfüllte, endeten nicht von vorgestern auf gestern. Das, was über viele Jahrzehnte die Domäne der größten Spezialisten auf unserem Planeten gewesen ist, benötigte eine lange, sehr komplizierte Entwicklung, um schließlich nicht nur in Smartphones oder Hochleistungs-Computern eingesetzt werden zu können, es war geradezu eine technische Revolution in einem Ausmaß, dessen Wirkungsgrad und -radius sich seinerzeit nur sehr wenige Visionäre vorstellen hätten können … wenn sie denn so profan gedacht hätten, ihre Entwicklungen eines Tages der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Dass dabei heutzutage höchstleistungsfähige Microchips die Mechanik eines –von seiner Wirkung her doch recht– simplen Hörgerätes steuern, dass Herzschrittmacher und elektronisch gesteuerte Rollstühle ebenso von diesen immensen Entwicklungen profitieren wie der Gameboy vergangener Zeiten oder die X-Box der neuesten Generation … da würden sich die Vordenker des Systems –Tüftler wie Charles Babbage und Ada Lovelace etwa– tatsächlich an die Köpfe greifen und sich fragen, warum den Initiatoren denn eigentlich nur in ganz seltenen Ausnahmefällen vergönnt ist, die Früchte ihrer Arbeit wenn nicht zu ernten, so doch wenigstens zu begutachten.

Wirklich grandios, diese Computerspielereien!

Die Älteren der heutigen Handy-Nutzer erinnern sich noch gut an die Zeiten der ersten Commodore, IBM, Apple, Hewlett-Packard, Tandy, Triumpf-Adler Geräte, die witzigen Klick-Klack-Spiele, die es bald sogar in den öffentlich zugänglichen Spielcasinos zu bedienen gab, die ersten Farbmonitore … die Ausbaufähigkeit des einmal angeschafften Kastens mit den notwendigen ›Innereien‹ … die ›Entwicklungsschübe‹ des Fortschritts alleine in den Jahren zwischen 1985 und 1995 …

Jaja … das können sich die Nachfolgegenerationen gar nicht mehr vorstellen. So, wie diesen Älteren die noch Älteren bereits staunend konstatieren durften, dassihrerzeit‹ ein Computer zumindest einen ganzen Schreibtisch ausgefüllt habe.

Wer sich noch daran erinnert, dass es vor fünfundzwanzig JahrenHochleistungs-Rechner‹ für den Bürobereich zu kaufen gab, deren Festplatten die 250 MB nicht überschritten, deren Speicherkraft bei knapp 8 MB lag, der kann sich in etwa so fühlen, wie der Uropa, der es mit seinem ersten Daimler immerhin auf 50 km/h brachte … und dessen Luxusgefährt vielleicht bereits sogar mechanisch zu bedienende Scheibenwischer aufwies!

AE, Plankalkül, Fortran, LISP und schließlich DOS, OS, Unix und endlich … die grafischen Oberflächen: erst GUI (Steve Jobs), später dann Windows (Bill Gates) … das war tatsächlich einmal der Schub, den moderne Personal-Rechner benötigten … und so wurde über die Jahre auch das Denken der Nutzer ›gefenstert": Nicht mehr Zusammenhänge sehen … das macht die Zentraleinheit (CPU), nicht mehr an überlieferbare Wirkung achten (das erledigt der netzwerkfähige Drucker) … nur noch loslegen.

Ursprünglich war ein Computer für die Erleichterung der wissenschaftlichen Rechenarbeit gedacht … hinzu kam sehr schnell die Ausbeutung einer sich immer weiter steigernden Rechenleistung, die schließlich mit unvorstellbarer Wucht über das Ziel hinaus deutete, das sich ein menschliches Hirn vorzustellen vermag … selbst das eines hochqualifizierten Wissenschaftlers. Und wenn in neuesten SciFi-Filmen oder -Romanen die Roboter geradezu menschlich reagieren, lernfähig geworden sind und mit Gefühlen zu kämpfen beginnen, dann sollte man sich einmal die Rechenleistung entsprechender Chips vergegenwärtigen. Unsere fortschrittlichsten Computersysteme im täglichen Anwendungsbereich sind sicherlich die leistungsfähigen Kleinstapparate, die wir gar nicht bemerken: Steuerungsmodule im Fahrzeug, die Unfälle vermeiden helfen sollen, Chips in medizinischen Analysegeräten, Timer-Module, die unsere Lieblingssendungen auch während der Urlaubs-Abwesenheit auf eine sich selbst auslagernde Festplatte aufzeichnen, Alarmanlagen, die direkte Konnektivität zu vorab eingerichteten Wachmannschaften pflegen oder auch die hochwissenschaftliche Implantation eines Chips zur Steuerung eines lebenswichtigen Organs (oder auch nicht!) … und natürlich sämtliche Funktionen der High-Tech-Spielewelt … sei es Konsole, Fernseher, Handy oder auch nur die Programmierbarkeit des Geschirrspülers.

Computer selbst wären heute im ›Personal‹-Bereich längst unterfordert, wenn es nur noch um die trickbereicherte Steuererklärung, die Tabelle fürs Haushaltsdefizit oder die grafisch aufgewertete Korrespondenz von X nach Y ginge. Zwei Terrabyte … inzwischen die ›norm per se‹ für externe Speichermedien, unter 8 Gigabyte geht im Grafikbereich gar nichts mehr (schließlich löst die Urlaubs-Kamera ja auch schon 12 Millionen Pixel auf!) ein 7.1 Soundsystem soll dem Musikkenner die einzelnen Töne näher bringen (warum dann nicht 8.1 … die oktavistische Lösung?), und wer keine Kabel mag, der kommt im modernen Netzwerk über mannigfaltige Möglichkeiten von einem Gerät zum anderen.

Seinerzeit schaffte man sich einenPC‹ an, um daheim Rechenaufgaben zu lösen, Briefe zu schreiben und die Möglichkeiten des grafisch-Unendlichen zu genießen. Einen ausschließlichen Arbeits-PC gibt es schon lange nicht mehr … schon durch die internetale Anbindung ist diese Ausschließlichkeit eliminiert. Die bravste, firmentreueste Angestellte geht mal in der Mittagspause schnell auf Xalandon und bestellt ›endlich die Schuhe fürs Töchterli‹ daheim, der Lagerarbeiter vermindert den körperlichen Stress mit der Online-Version des neuesten Jakob-Blond-00Sex im Livestream und Student Mani Sch. holt sich heimlich die Ergebnisse des physikalischen Rätsels von der Uni in Bangalore auf den Bildschirm, während der Prof gerade mal ›auf Klo‹ muss!

Computerspielereien?

Wir übergeben dem die Entscheidungsmacht, den wir dazu ausgebildet haben. Im Kleinen beginnt das in der Familie mit der Erziehung des Nachwuchses. Aber … das machen Militärs so, Geschäftsinhaber und Ausbilder im IT-Management ebenso und Wissenschaftler sowieso.
Wir bilden gerade Computer dazu aus, uns ähnlich zu werden, selbst zu ›denken‹, Entscheidungskraft zu entwickeln, Weitblick gar … um eines Tages die Welt zu regeln und zu observieren. Im privaten Bereich überlassen wir ›kleinen Computern‹ mehr und mehr die Kontrolle über unseren Alltag, im ›Großen‹ arbeiten wir daran, dass Computer eines Tages die Unzulänglichkeiten des Menschen überwinden können.

Es lebe die Unzuverlässigkeit ... denn sie ist menschlich!

 

 

© a.zeram 2012

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